Gruppenworkshop: Kunst als Methode zur Selbstregulation

Am 24.02. und 26.02.2026 fanden zwei intensive Workshoptage statt, die von mir begleitet wurden und sich einem zentralen Thema der mentalen Gesundheit widmeten: der künstlerischen Selbsterfahrung als Werkzeug zur Selbstregulation. Jeweils 15 Teilnehmer/innen kamen in der Zeit von 9:00 bis 14:00 Uhr zusammen, um Impulse für die stärkende und ordnende Kraft der Kreativität zu erhalten.

Multikulturalität als Bereicherung
Ein besonderes Merkmal dieser Workshops war die multikulturelle Zusammensetzung der Gruppen. In einem geschützten Rahmen wurde deutlich, dass die bildnerische Gestaltung eine Sprache spricht, die über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg verbindet. Der nonverbale Austausch durch Farben und Formen ermöglichte eine Ebene der Kommunikation, die Barrieren abbaute und ein tiefes gegenseitiges Verständnis förderte.

Methodik und Materialerfahrung
Der Fokus lag explizit nicht auf dem künstlerischen Ergebnis, sondern auf dem Prozess des Gestaltens. Durch den gezielten Einsatz unterschiedlicher Materialien wurden verschiedene Ebenen der Selbstregulation angesprochen:

  • Plastisches Arbeiten mit Ton: Die haptische Arbeit mit Ton diente primär der Erdung und dem Abbau von Spannungen.

  • Malerei mit Gouache auf Leinwand: Der flüssige Farbauftrag ermöglichte es den Teilnehmenden, Emotionen Ausdruck zu verleihen und den inneren Fokus zu zentrieren.

  • Collage-Techniken: Das Dekonstruieren und Neuzusammensetzen von Bildelementen unterstützte die kognitive Neustrukturierung und das Finden neuer Lösungsansätze.

Gemeinschaft und Austausch
Die Resonanz war durchweg positiv. In den abschließenden Reflexionsrunden wurde deutlich, dass die fünfstündige Arbeitsphase einen notwendigen Raum zur Entschleunigung bot. Viele Teilnehmer/innen berichteten von einer gesteigerten Selbstwirksamkeit und der wertvollen Erfahrung, durch kreatives Schaffen aktiv Einfluss auf das eigene Wohlbefinden nehmen zu können.

Die Workshops haben unterstrichen, dass kunstbasierte Methoden essenzielle Bausteine in der präventiven Arbeit und der Stressbewältigung sind – insbesondere in heterogenen Gruppen. Die Kunst fungiert hierbei als Brücke zwischen der inneren Erlebenswelt und der äußeren Realität.

Ich danke allen Beteiligten für die Offenheit und die inspirierenden Einblicke in ihre gestalterischen Prozesse.

Eure Jana Karl (März 2026)

Ähnliche Beiträge